Kantor & Komponist
Peter Heeren

 

 

 

Rückblick


 

                                                                                                                                                             Foto: Engel 

Die Kunst der Fuge

Glenn Gould (1932-1982) bezeichnete sie als das Schönste, was jemals in Musik gesetzt wurde: „Die Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach. Der kanadische Pianist musste es wissen, denn er hat nahezu das Gesamtwerk Bachs eingespielt und wurde damit weltberühmt. „Die Kunst der Fuge“ ist ein Zyklus von achtzehn Einzelwerken, den sogenannten Contrapuncti. Kirchenmusiker Peter Heeren hat mehrere dieser sehr anspruchsvollen Contrapuncti aus dem Spätwerk Bachs einstudiert und wird sie kommenden Sonntag im „Musikalischen Gottesdienst“ zu Gehör bringen. Darunter auch ein Fragment des „Contrapunctus 18“, in dem Bach sich ein Spiel mit seinem Namen gestattet und ein musikalisches Thema mit der Tonfolge B-A-C-H gestaltet. Den Gottesdienst wird Dr. Jochen Hose halten. Er beginnt am Sonntag, 22. Dezember um 10 Uhr in der Maria-Magdalenen Kirche.

Marner Zeitung, 19. Dezember 2013

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                                                                                                                              Foto: Willi Wilkens

                   ( Luther- und Wichernkantorei Lübeck, Kantorei Marne, Orchester der Neuen Philharmonie                             Hamburg, Dirigent Peter Heeren)

                                                                                                                                      

Musikalischer Ohrenschmaus

Marner und Lübecker Kantorei begeistern mit Aufführung in Marne

Von Svenja Engel

Marne - Beide Werke wurden vor zwei Jahrhunderten komponiert: Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 8 und Carl Maria von Webers Missa sancta No. 1. Weber schrieb nach der Uraufführung im März 1818 in sein Tagebuch: „Die Kirche war gedrängt voll (…) ich kann wohl sagen, daß ich etwas Gutes gemacht habe!“ Ein Gedränge herrschte in der Maria-Magdalenen Kirche glücklicherweise nicht, aber mit rund 250 Zuhörern waren Haupt- und Seitenschiffe der Kirche voll besetzt. Und die vielen Gäste konnten sich am Sonntagnachmittag davon überzeugen, dass nicht nur „etwas Gutes gemacht“ wurde, sondern sogar etwas sehr Gutes.

Schon die ersten Akkorde des zirka 30-köpfigen Symphonieorchesters vermitteln den sprühenden Witz der Symphonie Nr. 8 von Ludwig van Beethoven. Unter dem Dirigat eines charismatischen Peter Heeren überzeugen die hervorragenden Musiker der Neuen Philharmonie Hamburg insbesondere durch ihr geschlossenes Zusammenspiel, aber auch durch ihre unüberhörbare Leidenschaft am Musizieren. So gelingt es ihnen mit einer Leichtigkeit, den in gerade dieser Symphonie besonders ausgeprägten Humor und die Lebensfreude Beethovens zum Ausdruck zu bringen.

Mit dem „Kyrie“ aus der Missa sancta No. 1 von Carl Maria von Weber geht es nicht minder brillierend weiter. Die Kantorei Marne wird bei ihrer Aufführung unterstützt von der Luther- und Wichernkantorei, die das Werk unter der Leitung ihres Kantors Sven Fanick in Lübeck einstudiert hat. Mit der gewaltigen Stimmkraft von 60 Sängerinnen und Sängern werden gerade die Fortissimopassagen ein Erlebnis für die Zuhörer. Aber auch die leiseren Klänge wie im „Agnus Dei“ klingen sehr gut. Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören bei den freistehenden, sehr schwierigen Anfangsakkorden im „Sanctus“. Auch sie gelingen sauber – nicht zuletzt durch das akkurate und fast schon sportliche Dirigat durch Peter Heeren.

Als Solisten wirkten mit Mechthild Weber (Sopran), Veronika Hodgson (Alt), David Fankhauser (Tenor) und Patrick Scharnewski. Besonders hervorzuheben sind hier die Leistungen der Sopranistin Mechthild Weber, die mit ihrer klaren Stimme die Kirche zum Klingen und die Zuhörer zum Lächeln brachte.

Es ist deutlich hörbar, dass der Dirigent und Kantor die Musiker intensiv auf dieses Konzert vorbereitet hat. Dass Peter Heeren zudem ein besonderes Augenmerk auf die dynamische Gestaltung des gesamten Konzertes gelegt hat, macht den Nachmittag in der Maria-Magdalenen Kirche zu einem wahren Ohrenschmaus. Am Ende der mitreißenden Aufführung bedanken sich die Zuhörer mit einem anhaltend stürmischen Applaus.

Bei Peter Heeren indes hat die Anspannung und Konzentration vor und während des Konzertes deutliche Spuren hinterlassen. Mit verschwitzten Haaren verlässt er erschöpft, aber glücklich die Kirche. „Ich bin einfach nur dankbar, dass so viele Leute gekommen sind und alles so gut geklappt hat“, sagt Peter Heeren. „Nun will ich erst einmal nur eines: Schlafen.“

Marner Zeitung, 2. Oktober 2013

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(Der Altarraum der Maria-Magdalenen Kirche Marne)

(Peter Heeren und Katrin Bethge)

Kirche als blauer Salon

 Olivenöl und Brausetabletten verzaubern die Maria-Magdalenen-Kirche

 Von Svenja Engel

 Marne - Der Altar der Maria-Magdalenen Kirche in Marne ist ganz blau. Riesige, wellenförmige Muster wandern durch den gesamten Altarraum bis hoch in das Deckengewölbe. Von dort läuft plötzlich grasgrüne Farbe die Wand herunter und vermischt sich auf dem Altar mit dem Blau. Kurz darauf ist alles in ein kräftiges Gelb gehüllt.

Ereignisse, die einem Pastor für gewöhnlich den Atem stocken ließen. Pastorin Katja Hose ist aber völlig gelassen, sie scheint den ungewohnten Anblick ihrer Kirche sogar zu genießen, denn sie versichert: „Alles gut!“

Das mag an den meditativ anmutenden Klängen des Kantors Peter Heeren liegen, der wahre Grund ist jedoch ein anderer: Die Farben und Muster verschwinden in Sekundenschnelle wieder – und das rückstandslos.

Hergestellt werden sie von der Künstlerin Katrin Bethge, die am Ostersonntag ihr Projekt „Metamorphosen“ erstmalig in Dithmarschen präsentiert.

Die Hamburgerin bestückt ihre zwei Overheadprojektoren mit verschiedenen Werkstoffen und projiziert die Ergebnisse in den Altarraum. Herzstück ihrer Arbeit ist ein gläsernes Becken, das sie auf die Projektionsfläche stellt und mit verschiedenen Flüssigkeiten befüllt. Um den Altarraum in einen blauen Salon verwandeln zu können, tropft Katrin Bethge blaue Tinte in Mineralwasser. Für das wellenförmige Muster legt die Projektionskünstlerin noch ein Stück zerknitterte Zellophanfolie in das mittlerweile hellblaue Wasser. Die grüne Farbe, die vom Deckengewölbe der Kirche zu fließen scheint, besteht aus einem Tropfen grüner Tinte. Katrin Bethke hebt das Wasserbecken an und schwenkt es leicht, sodass die grüne Tinte in das blaue Wasser überfließt. Für das Gelb sorgt haushaltsübliches Olivenöl.

Überhaupt ähnelt ihr Zubehör dem Inhalt eines Küchenschranks; Salz, Hirse, Mineralwasser, Olivenöl, Pril, Nudeln und Brausetabletten.

Von der Künstlerin in Wasser gelegt, lösen sich Letztere sprudelnd auf. Jonathan Scheele aus Oldendorf sieht abwechselnd nach vorn, um die Auflösung der Brausetablette im Riesenformat zu verfolgen, und nach hinten, um Kathrin Bethge mit der kleinen Brausetablette zu beobachten. „Ich finde das echt interessant, wie die Künstlerin das so macht“, erklärt der 11-Jährige begeistert. Mit dem Overheadprojektor in der Schule will er das aber lieber nicht nachmachen. „Das könnte wohl Ärger geben“, vermutet Jonathan.

Andreas Böhm aus Sandhayn ist besonders von den Leistungen des Organisten Peter Heeren überzeugt. „Was Peter Heeren da macht, ist schon großartig“, findet der Kunsterzieher. Ihn beeindruckt, wie der Organist in langsamen Wechseln und ohne sich ständig wiederholende Muster auf die Projektion reagiert.

Die Musik für das Projekt „Metamorphosen“ hat Peter Heeren zuvor mit seinem neu entwickelten Computergramm komponiert. Nun spielt er sie episodenhaft über eine Lautsprecheranlage ab. Gongs und Orgel fügen sich in Echtzeit ein.

Im Altarraum ist es mittlerweile dunkel geworden. Abertausende von schwarzen Kügelchen versperren die Sicht auf den Altar und die Wandmalereien.

„Man versucht, etwas zu erhaschen, und schon ist es wieder weg“, versucht Anja Szillat ihre Eindrücke zu beschreiben. Die Marnerin ist mit ihren 8-jährigen Zwillingen Lasse und Lukas in die Kirche gekommen und beobachtet fasziniert die Lichtkünstlerin bei der Arbeit.

Nach drei Stunden ist der letzte Gast gegangen. Katrin Bethge stellt ihre Overheadprojektoren aus und Peter Heeren verlässt die Orgelempore. Beide sind erschöpft, aber sehr zufrieden über das Ergebnis vieler Proben und intensiver Zusammenarbeit.

Projektionskünstlerin Katrin Bethge freut sich ganz besonders: „Es gab wunderschöne Momente, in denen Musik und Projektion einzigartig harmonierten!“

 Marner Zeitung, 02.04.13

 

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(Stephan Stadtfeld, Peter Heeren und Stephan Rahn)

Der Rausch des Komponierens

Peter Heeren arbeitet viele Stunden ohne Unterbrechungen an einem neuen Stück

Von Svenja Engel

Marne – Die Liste der Dinge, die der Komponist Peter Heeren für seine Arbeit braucht, ist überschaubar: Notenpapier, Bleistift und ein Instrument. An der Orgel komponiert Heeren, der als Kantor und Organist in Marne arbeitet, am liebsten.

„Wenn man eine Idee hat, ist es wie ein Rausch“, beschreibt Peter Heeren seine Empfindungen beim Komponieren. In dieser Phase kenne man keine Unterbrechungen durch Pausen oder gar Feierabende. „Ich muss dann immer weitermachen“, erklärt er bestimmt.

Das Ergebnis einer solchen intensiven Arbeitsweise konnten die Besucher am vergangenen Sonntag in der Maria-Magdalenen-Kirche in Marne anhören. Dort fand ein erstklassiges Konzert mit Stephan Stadtfeld (Trompete) und Stephan Rahn (Orgel) statt. Beide Musiker überzeugten durch ihr harmonisch geschlossenes Zusammenspiel und boten ihren begeisterten Zuhörern Musik vom Feinsten. „Ein schönes Konzert mit exzellenten Künstlern“ beschreibt Konzertbesucherin Marie-Luise Böhm ihren Eindruck.

Die Musiker brachten auch eine Komposition von Peter Heeren zu Gehör: das für einen Sprecher, Orgel und Trompete bearbeitete Werk „…siehe Wanderer, was ich jetzt bin“. Der Sprecher rezitiert in dem Stück einen Text von einer Rantzautafel, die Peter Heeren vor Jahren bei einem Besuch der St.-Anschar-Kirche zu Münsterdorf entdeckte. Ein anonymer Verfasser gibt in dieser Schrift zu bedenken, dass das Leben endlich sei, und empfiehlt, fromm zu leben, solange es noch möglich sei. „Diese Art von Tafeln existiert an vielen Orten und in verschiedenen Variationen“, weiß Peter Heeren. Zu der von Graf Rantzau gestifteten Tafel in Münsterdorf habe er jedoch einen besonderen Bezug: „Sie ist für mich real, ich habe direkt davor gestanden.“ Der Gedanke, zu diesem Text ein Musikstück zu komponieren, war bald geboren.

Die Beschreibung seiner eigentlichen Arbeit fällt dem Komponisten schon schwerer: „Es ist ein chaotisch-nebulöses Zusammenwirken von verschiedenen Kräften und Einflüssen“, sagt er nachdenklich. „Ich versuche etwas und verwerfe es vielleicht auch wieder“, erklärt Peter Heeren und fügt schmunzelnd hinzu, „manchmal fange ich auch wieder ganz von vorne an!“ Bis er mit dem am Sonntag aufgeführten Stück zufrieden war, vergingen ungefähr hundert Stunden.

Das Fach Komposition bezeichnet Peter Heeren als einen der anstrengendsten Studiengänge überhaupt. Mindestens zehn Semester lang beschäftigen sich die Studenten mit Klavierspielen, Musiktheorie, Gehörbildung und Analysen. Die Instrumentenkunde ist ein besonders umfangreiches Fachgebiet, weil ein Komponist auch für Instrumente schreiben muss, die er nicht selber beherrscht. Peter Heeren hält aus diesem Grund zu seinen Instrumentalisten einen intensiven Kontakt. „Nur sie können mich beraten, ob meine Wünsche durchsetzbar sind oder nicht.“

Der gebürtige Ostfriese besitzt seit fünfzehn Jahren sein Kompositionsdiplom, einen eigenen Kompositionsstil hat er jedoch nicht. „Ich fühle mich in verschiedenen Dingen zuhause und kann in ganz vielen Genres schreiben.“ So hat er viele unterschiedliche Werke für Orchester, Chor, Tasteninstrumente und Kammermusik komponiert. Einfachere Unterhaltungsmusik für den Klavierunterricht gehört genauso dazu wie avantgardistische Kompositionen.

Kennengelernt haben sich Stephan Rahn und Peter Heeren übrigens im fernen Kambodscha. Der Musiker aus Speyer befand sich dort auf einer Konzertreise, und Peter Heeren, der in Phnom Penh ein Kinderhilfsprojekt unterstützt, besuchte eines seiner Konzerte. Die Musiker hielten den Kontakt aufrecht, und für das Konzert in Marne wünschte sich Stephan Rahn von Peter Heeren ein Werk für Orgel und Trompete.

„Ein sehr abwechslungsreiches Stück mit einer reizvollen Atmosphäre“, finden Stephan Rahn und Stephan Stadtfeld. Für sie steht fest: „Wir werden auch in Zukunft Stücke von Peter Heeren aufführen!“

Marner Zeitung, 08.01.13

 


 

Mit Sorgfalt und Liebe zum Detail

Hamburger Mendelssohnchor und Mitglieder des Haydn-Orchesters brillieren in der Maria-Magdalenen-Kirche

Von Svenja Engel

Marne – In der Maria-Magdalenen-Kirche hat jetzt der Hamburger Mendelssohnchor unter der Leitung von Almut Stühmke sein 15-jähriges Bestehen mit einem Konzert gefeiert.

Unterstützt wurden die stimmgewaltigen Sängerinnen und Sänger durch Mitglieder des Haydn-Orchesters aus Hamburg. Solisten waren Barbara Kind (Sopran), Alexandra Hebart (Mezzosopran), Stephan Zelck (Tenor) und Paul Möllmann (Bass).

Die Konzertbesucher erlebten eine wunderbare Aufführung des Musikstücks „Gebrauch des Lebens“ von Peter Heeren. Die ausdrucksvolle Komposition des Marner Kantors ist eine Vertonung der 4. Ode Anakreons. Der antike Lyriker empfiehlt in dieser Ode, das Leben heiter und sinnenfroh zu gestalten. Diese Aufforderung brachte der Komponist musikalisch sehr deutlich zum Ausdruck und zeigte damit einmal mehr, wie sehr ihm sein handwerkliches Rüstzeug bei seinen Ideen beiseite steht. Die Heiterkeit des „Gebrauch des Lebens“ spiegelte sich auch im Chor wider, dessen Mitglieder die Komposition mit hörbarer Freude umsetzten.

Eingefühlt in die historische Aufführungspraxis trugen die Musiker anschließend die Bachkantate „Mein Gott, wie lang, ach lange“ vor. Ihre hohe Sorgfalt und Liebe zum Detail ließen diese Perle der Bachkantaten zu einem Hörgenuss werden.

Nach der Pause folgte eines der beliebtesten und am meisten geschätzten Werke Mozarts; das Requiem. Diese im Jahre 1791 geheimnisvoll bestellte Seelenmesse war von Beginn an begleitet von der Legendenbildung um ihre Entstehung sowie den Tod Mozarts. Almut Stümke verstand es, Chor und Orchester perfekt harmonieren zu lassen, so dass das Requiem überzeugend ausgeleuchtet wurde.

Von allen beachtlichen Leistungen der Solisten ist die Sopranistin Barbara Kind besonders hervorzuheben. Mit Gefühl und ausdrucksvoller Gestik sang sie sich in die Herzen ihrer Zuhörer.

Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus für die musikalische Darbietung. „Orchester und Chor waren super aufeinander eingespielt“, betonte Konzertbesucher Jens Germerdonk aus Hamburg, „eine runde Sache.“

Marner Zeitung, 06. 12. 2012

 


 

(Linnéa Mahnke in der Neufelder Kapelle)

Harfenblues in der Neufelder Kapelle

Von Svenja Engel

Neufeld - „Harfenmusik ist immer etwas einschläfernd“, informierte Linnéa Mahnke vorsichtshalber vor ihrem Konzert. Eingeschlafen ist in der vollbesetzten Neufelder Kapelle am Dienstagabend aber niemand. Im Gegenteil: die Harfinistin zog ihre Zuhörer gleich mit den ersten Klängen in ihren Bann.

Die junge Mehlbekerin besucht die zwölfte Klasse der Freien Waldorfschule in Itzehoe. Als ihre Freundin sie vor acht Jahren fragte, ob sie nicht mit ihr zusammen Harfe spielen möchte, hatte Linnéa Mahnke gerade mit dem Klavierspielen angefangen. Kurz darauf war klar, dass der Klavierhocker zukünftig leer bleiben würde.

Vor dem Konzert stellte die 18-Jährige ihrem Publikum das ungewöhnliches Musikinstrument vor; eine keltische Harfe. Sie wiegt im Gegensatz zur Konzertharfe, die mit über 50 Kilogramm sehr schwer ist, nur 16 Kilogramm. Die 34 Saiten des Zupfinstruments bestehen teils aus Nylon, teils aus Darm. Linneá Mahnke demonstrierte den Gästen, wie sie mit den Halbtonklappen die Saiten höherstimmen kann.

Mit einem sehr bekannten Präludium von Bach begann die talentierte Harfinistin dann ihr Programm. Anschließend folgte Musik aus den Filmen „Die fabelhafte Welt der Amelie“ und „Twilight“. Neben weiteren Werken zeitgenössischer Komponisten präsentierte die Musikerin ihrem begeisterten Publikum sogar eigene Kompositionen. „Ich möchte zeigen, wie vielseitig man auf einer Harfe musizieren kann“, betont Linnéa Mahnke. Zum Beweis stimmte sie als Zugabe einen Blues an.

Gesponsert wurde das Konzert vom Maria Magdalenen Kulturkreis Marne. Dessen erster Vorsitzender, Peter Heeren, ließ mit seiner Komposition „Perpetuum mobile“ die Orgel erklingen und erntete dafür ebenfalls viel Beifall von den Zuhörern.

Marner Zeitung, 11.09.12

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Hofmusik in der Neufelder Kapelle

 von Svenja Engel

Hoher Besuch in Neufeld: Gleich zwei Könige und eine Prinzessin waren am vergangenen Samstag in der kleinen Kapelle zu Gast. Für die anderen Gäste blieben sie allerdings unsichtbar, denn die Adligen selbst sind längst verblichen. Der Hörgenuss war dafür umso größer, denn die Rede ist von drei Komponisten; König Friedrich II., Prinzessin Amalie von Preußen und König Norodom Sihanouk.

König Friedrich II. sowie seine Schwester Prinzessin Amalie von Preußen waren selber Flötensolisten und komponierten viele Werke für dieses Instrument. Der im letzten Jahr verstorbene kambodschanische König, Norodom Sihanouk, komponierte klassische Musik im Stile westlicher Meister.

Präsentiert wurden diese und andere Musikwerke von dem Flötisten Anton Isselhardt und dem Kirchenmusiker Peter Heeren. Anton Isselhardt lebt seit zehn Jahren in Phnom Penh in Kambodscha, wo er als Dozent für klassische Musik an der Königlichen Universität der schönen Künste arbeitet. Er ist zudem Programmdirektor der Stiftung Meta-House, die sich die Verbesserung der Standards westlicher Musikkunst in Kambodscha auf die Fahnen geschrieben hat. Dort haben sich der Kirchenmusiker und Flötist im vergangenen Jahr auch kennengelernt. In Kambodscha gab das Duo bereits mehrere Konzerte.

„Irgendwann meinte Peter zu mir, dass ich auch einmal zu ihm in den hohen Norden kommen muss“, erinnert sich Anton Isselhardt gern. Da er seit Kurzem auf „Elternbesuch“ in der Pfalz sei, habe er sich den Abstecher nach Dithmarschen und somit das Konzert gut einrichten können.

Die Musiker begannen mit einer Sonate von Friedrich II. „Dieser König hat damals dafür gesorgt, dass solche Musik nicht nur innerhalb des Hofes, sondern auch außerhalb der Hofmauern gehört werden konnte“, informierte Isselhardt das Publikum. Die danach erklingenden Arrangements des kambodschanischen Königs erinnerten deutlich an Chansons. Der Grund hierfür sei, dass König Sihanouk eine französische Schulbildung genossen habe, so Isselhardt.

Anton Isselhardt und Peter Heeren überzeugten während des ganzen Konzerts durch ihr harmonisches Zusammenspiel. Besonderen Applaus ernteten die Musiker für das wundervoll vorgetragene „Ave Maria“ von Bach/Gounod.

„Ein schönes Konzert“, urteilte Besucher Dr. Gerd Ottersky, „ich habe es nicht bereut, hergekommen zu sein!“

Marner Zeitung, 03.05.13